Von Statistikwahn und Selbstbetrug

Traue keiner Statistikdie Du nicht selber gefälscht hast.

Dieses Zitat könnte in der letzten Zeit bei einigen Cachern auch als Motto gelten.

Immer wichtiger scheint das Erfüllen von Matrixen und anderen Statistikkriterien zu sein.

Hier nur ein paar Beispiele:

– Für Events gelegte Lab-Caches werden von Cachern (die natürlich nicht an diesem Event teilgenommen haben) zu Hause vom Sofa aus gleich dutzendfach geloggt.

– Schon ewig archivierte Caches werden gezielt nach inaktiven Ownern herausgesucht und geloggt.

– Das Lösen eines Mystery scheinen einige Cacher als Berechtigung zu sehen,einen schon lange archivierten und nicht mehr existenten Cache als „found it“ zu loggen.

– Earthcaches werden geloggt,weil man irgendwann in der Vergangenheit mal da war.Da darf auch gerne das Foto eines fremden Cachers genommen werden….

– Der Kollege aus dem Norden trägt den Kollegen aus dem Süden bei besuchten Caches ein und umgekehrt natürlich auch…

– Der Besuch einer weiter entfernten Region wird aus Statistikgründen für diverse Tage geloggt,so bleibt die „Tage-am-Stück-Bilanz“ bestehen.

– Der „gute“ Kollege wird mal schnell beim FTF eingetragen,ist aber schon Sekunden später nicht mehr am GZ anzutreffen.

– Für den Urlaub fernab der Heimat werden etliche Dosen mit Logbuch vorbereitet,um sich ja keinen Punkt entgehen zu lassen,oder eine bestimmte Gegend „cachefrei“ zu bekommen.

– Wozu die Webcam nutzen,wenn man auch einen eigenen Fotoapperat hat? Die Webcam funktioniert ohnehin schon lange nicht mehr und der Cache ist vom Owner deaktiviert….

– Die Matrix verlangt bestimmte D und T-Wertungen,da wird der aus „Tageserfüllungsgründen“ geloggte 1/1er im Log auch gerne als eigentlich „unwürdig“ tituliert.Man hatte an diesem Tag nur gerade keine passende Wertung in der Nähe….

– Das veranstaltete Event muss selbstverständlich die passende Wertung haben,die zufällig dem Kumpel/Freund/Lebensabschnittsgefährten in der Statistik fehlt.

– Paare,bei denen jede Person einen eigenen Account hat,loggen den jeweils anderen bei solo besuchten Caches mal eben mit.

– Um die „Schummelei“ zu vertuschen wird nur noch alle paar Tage oder Wochen geloggt,so fällt der „Betrug“ nicht so schnell auf.

– Der Owner eines Caches wagt es seine Dose für die Zeit eines Mega-Events in der Nähe zu deaktivieren? Da gibt es doch gleich einen NA-Log für!

Dieses sind nur ein paar Beispiele,die in der jüngeren Vergangenheit aufgefallen sind.

Einige werden nun sagen „Das ist ja nur ein Hobby“ und „Da wird ja niemand geschädigt“

Wer ohne Sünde ist der werfe den ersten Stein“

Stimmt! Trotzdem können und sollten solche Sachen mal erwähnt werden,um einigen Cachern die Augen zu öffnen und/oder einige Betroffene zum Nach-und vielleicht Umdenken zu bewegen.

Da sich die Cachernamen der „Schummler“ in der Szene ohnehin schnell rumsprechen,wird die Statistik dieser Personen sowieso nicht mehr ernst genommen.

„Beschiss“ ist es nur,wenn es jemand anderes merkt…….

Einen schönen Sonntag und weiterhin viel Spaß bei unserem „gemeinsamen“ Hobby!

 

 

 

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5 Antworten auf Von Statistikwahn und Selbstbetrug

  1. Katzenhai74 sagt:

    Einige der angeführten Beispiele sind mir selber schon begegnet, andere lassen einen nur den Kopf schütteln und fragen: „Was haben die Leute davon?“ Diese Statistiken verlieren doch ab dem ersten Selbstbetrug jeden „Wert“, wenn man überhaupt davon reden kann.

    Eine kleine Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit zum Thema „Dosen im Urlaub“:

    Meine Frau und ich verbrachten den Urlaub am Gardasee. Eines unserer Ziele war ein Tradi am Gipfel eines Berges. Kein Mount Everest, aber einer, deren Erwanderung für Flachlandtiroler wie mich durchaus eine Herausforderung darstellt. Den Fund einer Dose an einem solchen Ort sehe ich durchaus als kleine Trophäe an, als etwas, das ich mir irgendwo „erkämpft“ habe 😉

    Am Ziel angekommen: Nichts. Der langen Rede kurzer Sinn – wir loggten leicht angefressen DNF.

    Ich schaute anschließend immer mal wieder ein, leichte Restzweifel an der eigenen Sehkraft bestehen ja immer. Ein paar Tage später dann folgender (Fund-) Logeintrag:

    „Today back on the sight
    With some background information from heracross .
    But this time on his directions there is also no cache to sign.

    But when I am looking good on the ground I find some goodie’s . I started to look for the container and logbook but those I can’t find.

    I cut a bottle in half and placed a paper in it with my stamp
    And the goodie’s next to it.

    Maybe can the next visitor place a new logbook and container on the site.

    thanks for the location“

    Bravo! Meinen Glückwunsch! So einfach kann es sein. Man nehme herumliegenden Müll, bastle schnell ne Dose daraus und Bingo! Fund!

    Da hast du keine Fragen mehr.

  2. QYD sagt:

    Wie wahr…
    … mindestens einen hast du allerdings vergessen 😉

    Man besorgt sich die Finalkoordinaten von D5er Mysteries und loggt diese dann mit Sprüchen wie…

    Auch ich wäre hier ohne Hilfe nicht weit gekommen, wahrscheinlich genau bis zur Ignoreliste.Aber durch die Hilfe und Geduld von Xxxxx konnte das hier in einen Smilie verwandelt werden.

    und wenn man das Log der Helferin Xxxxx liest wird klar – die hat es sich erklären lassen (was nicht schlimm ist), es aber trotzdem nicht verstanden (was auch nicht schlimm ist)…

    ergo: alles gelogen – nur Finalkoords weiter gegeben.

    Alternativ kann man natürlich loggen: …lag schon seit Ewigkeiten gelöst in der Schublade…

    fragt man diese „Cacher“ dann nach einem Tipp können die sich leider an gar nix mehr erinnern…

    Ich weiss inzwischen was ich von etlichen „Findern“ zu halten habe…nix!

  3. Maitredarmes sagt:

    Da bin ich als gutgläubiger Anfänger platt und fasse spontan den Entschluss, auf Stats zu pfeifen, nicht gefundene Dosen als solche zu loggen und bei defekten Dosen „Wartung erforderlich“ zu schreiben.

  4. Pingback: DSM060 – Bäume zuordnen | die schweigende Mehrheit

  5. Börni sagt:

    Man trifft beim Geocachen dieselben Menschen wie im Job oder in der Freizeit.

    Ergo genau die gleichen „Vollpfosten“ wie sonstwo.

    Statistiken vertraue ich nur, wenn ich sie selbst erstellt habe. 😉 Da weiß ich, wie sie zustande gekommen sind.

    Seit ich in München mehrmals auf den Stammtischen war, reizt es mich nicht mehr auf Events zu gehen. Wo verstecken sich diese paranoiden und schizophrenen Menschen tagsüber? Der „Muggelwahn“ stösst mich ab. Je geheimnisvoller wir uns verhalten desto mehr fallen wir auf und desto stärker werden wir von unseren Mitmenschen als „Sonderlinge“ bezeichnet.

    Meine Güte. Genauso der FTF Wahn. Die FTF Jäger sind nicht mehr ganz knusper.

    Ob Selbstbetrug weh tut? Nein, er tut nicht weh. Wir Menschen lügen etwa 200x pro Tag. Na dann…. und der Statistikwahn? Ja aber hallo, nur anhand einer Statistik kannst du zeigen was du schon erreicht hast und wie erfolgreich du bist. Schau her…. ich habe xxx Funde, xxx mal FTF, war in xxx mal Ländern …

    Wer das mag….. gerne. Ich mach es auch. Dank GSAK lasse ich einmal im Monat die Statistik raus.

    Über solche Dinge in dem Beitrag rege ich mich schon gar nicht mehr auf. Geocachen ist ein Freizeitvergnügen, Freizeit bedeutet für mich Spaß und den lasse ich mir nicht vermiesen.

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