Cacherbegriffe und deren „wahre“ Bedeutung

Wie auch in Arbeitszeugnissen wird in Onlinelogs meist nur Positives geschrieben.Ist das Geschriebene aber wirklich nur positiv,oder steckt hinter manchen Begriffen oder Floskeln doch ein wenig mehr?

Hier einige typische Logtextfragmente und deren tatsächliche Bedeutung:

VORSICHT! DIESER ARTIKEL KÖNNTE NUR EINE HUMORVOLLE BETRACHTUNGSWEISE MIT EINEM FUNKEN WAHRHEIT DARIN SEIN.

1.Die Koordinaten schlummerten schon lange auf meinem Gerät – Dieser Satz ist auffällig häufig bei Mysterys zu lesen und bedeutet nichts anderes als „Ich habe mir die Koordinaten irgendwo geschnorrt,also bitte keine Nachfragen zum Lösungsweg“.Die gleiche Bedeutung hat übrigens der Logtext „Die Lösung hatte ich schon eine Weile in der Schublade liegen“

2.“+1″- +1 bedeutet eigentlich nichts anderes als „Dein Cache gehört wohl mit zu den reudigsten die ich je gefunden habe.Den Punkt lasse ich mir nicht entgehen,aber einen richtigen Log ist dieses Machwerk nun wirklich nicht wert“.

3.TFTC – Das Kürzel TFTC lernt der Anfänger meist schnell,zumindest schneller als das Wort „Cache“,welches in vielen Listings als „Cach“ zu lesen ist.Das TFTC bei vielen Cachern (besonders wenn im Log nur ein TFTC steht) in etwa die gleiche Bedeutung hat wie ein +1,ist den meist neuen Nutzern noch nicht bewusst.Ein „Danke für den Cache“ wäre ja auch ein ganzer Satz und längst nicht so cool……

4.DFDC – Siehe Punkt 3,nur in Deutsch.

5.Matrixloch stopfen – Das hat nichts mit Stopfen im eigentlichen Sinne zu tun,ihr braucht dem Schreiber also nicht eure löchrigen Socken zum nächsten Event mitbringen.Mit dieser Floskel will der Logger nur verkünden,dass er dem gottähnlichen Status der gefüllten 81er Matrix ein Stückchen näher gekommen ist.Eigentlich handelt es sich hierbei nur um ein weiteres farbiges Feld in seiner Statistik (gähn wie aufregend…..)

6.Logbuch ist feucht – Wenn jemand schreibt,dass das Logbuch feucht ist,dann ist davon auszugehen,dass der in der Dose befindliche Zettel eher die Konsistenz eines nassen Feudellappens hat.

7.Sorry für den Einheitslog – Dieser Satz bedeutet eigentlich nichts anderes als „Habe die am Tage besuchten Caches schnell mit GSAK geloggt.Da sowieso nichts besonderes dabei war,muss mein Bla Bla reichen“.Häufig werden Einheitslogs verwendet,wenn sich eine große Gruppe Cacher bei einem Powertrail aufteilt und unterschiedliche Gebiete abgrast.Am Ende des Tages werden dann die Fieldnotes zusammengefasst und mit Einheitslogtext geloggt.

8.Im Team XYZ – Wenn ein Team aus Einzelcachern sich für eine Cachetour zusammenfindet,dann geht es meistens darum,möglichst viele Caches zu finden.Bei korrekter Planung nimmt sich jeder Cacher einen Abschnitt vor und am Ende des Tages werden die Founds zusammengelegt.Es war beileibe nicht jeder Cacher an jeder Dose,aber wofür gibt es denn Teamaufkleber oder Teamstempel……

9.Interessante Rätsel – Interresant bedeutet in diesem Zusammenhang häufig „Kann schon sein,dass das Rätsel gut ist,aber ich hatte keine Ahnung und habe mir die Koordinaten besorgt“ Häufig kann man am Log eines Cachers schon erkennen,ob er einen Mystery wirklich gelöst hat,oder sich die Lösung irgendwo besorgt hat.

10.Brute Force – Brute Force wird häufig angewendet,um z.b. Multis abzukürzen und bedeutet nicht anderes als so lange zu suchen bis man die Dose gefunden hat.Helfen kann einem bei diesem Verfahren z.B. die Abstandsrichtlinien von Groundspeak oder auch ein genaue Kenntnisse des zu durchsuchenden Gebietes.

11. nett – „nett“ wird auffallend oft in Logs genutzt.So gibt es „nette Events“,oder auch „nette Cacher“.Schon der Volksmund sagt „Nett ist der kleine Bruder von Sch……“! Ähnlich ist der Zusammenhang in Logs auch zu bewerten…… Wer will denn schon „NETT“ sein?

12. Freunde – Auf Events trifft man „Freunde“…..Dies mag in einigen Fällen ja auch so sein,aber während in der Realität Freundschaft über Jahre wächst,beschreiben viele Cacher mit dem Wort „Freund“ Hobbykollegen,denen sie bestenfalls von Ferne ein „Hallo“ zugerufen haben.Wirkliche Freunde sind selten und keinesfalls Menschen,die man im wirklichen Leben nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde!….Aber Cacher sind ja ein besonderes Völkchen

13.Blaue Schleife – Ist nur eine anderer Ausdruck für Leute,die das Wort „Favoritenpunkt“ nicht schreiben können.Es wird also mitnichten in Wirklichkeit etwas an die Dose gebunden,es ist nur ein blöder Spruch für „Ich habe dem Cache aufgrund meines persönlichen Geschmacks einen Favoritenpunkt gegeben“

14.TJ gezogen – Wer einen TJ (Telefonjoker) zieht,findet vor Ort gerade die Dose oder auch bei einem Multi die Zwischenstation nicht.Aus reiner Bequemlichkeit wird heutzutage schon nach wenigen Sekunden Suchzeit der Telefonjoker gezogen.In den 80ern hätte das Hobby Geocaching wohl kaum ein solcher Erfolg werden können,denn da hätte es diese Möglichkeit gar nicht erst gegeben…..

15.Nach ausgiebiger Suche gefunden – Dieser Satz ist häufig bei Micros im Wald zu lesen.Hier „schwanken die Koordinaten (oder vielleicht doch eher der Sucher)“ ganz gerne mal und ein Nullpunkt wandert auch mal um Meter.Nach einer ausgiebigen Suche sieht das Terrain nicht mehr so aus wie vorher.Steine wurden reihenweise umgedreht und auch das Moos „wächst“ plötzlich an ganz anderen Stellen.

16.FTF Log folgt – Dieser mobil vom GZ (Ground Zero,also der Ort an dem der Cache liegt) abgesetzte Satz bedeutet eigentlich nichts anderes als „Legt euch wieder schlafen,ICH bin der Beste und habe den Cache als Erster gefunden (ihr Looser)“

17.Hasengrill – Hier geht es nicht um ein Wild-Barbeque,sondern um einen Haufen wüst zusammengewürfelter Stöcker über einer Dose im Wald,den die Natur im Leben so nie zusammengetragen hätte.So kann auch jeder Muggle (nicht Geocacher) aus der Ferne sehen,dass hier etwas versteckt sein muss.

18.Vor langer Zeit schon begonnen – Diese Floskel in einem Log eines Multis besagt eigentlich nichts anderes,als das der Logger sich die Finalkoordinaten von einem anderen Cacher besorgt hat,dieses aber natürlich nie zugeben würde.Fragt man den Floskelschreiber nach einer bestimmten Zwischenstation,so bekommt man meist die Antwort „Ist leider schon zu lange her“……Klar,muss wohl im vorherigen Leben gewesen sein…..

19 Ziemlich muggelig – Wenn es bei einem Cache „ziemlich muggelig“ ist,liegt deser vermutlich auf einem Marktplatz,einer Verkehrsinsel oder aber im hamburger Hauptbahnhof.Alles sehenswerte Orte,die der Owner selbstverständlich mit seinen Mitcachern durch sein Werk teilen musste!

20.Pisseckencache – Hier handelt es sich ausnahmsweise mal um keine Vernietlichung,sondern um eine Tatsache! Wenn in den Logs so etwas zu lesen ist,dann hat auch die Dose häufig einen unangenehmen Geruch und mit viel „Glück“ manchmal sogar ein feuchtes Logbuch.Was manche Owner dazu reizt genau an solchen Orten (an denen sie vermutlich selber nicht suchen möchten) ihre Dose zu platzieren,wird wohl für immer eines der ungelösten Rätsel bei diesem Hobby bleiben.

21.Netter Spaziergang – Netter Spaziergang (nett wurde ja schon behandelt) bedeutet eigentlich nur „Der blöde Cacheowner hätte seinen dreckigen Micro aber auch wirklich an die nächste Leitplanke klatschen können.Dann hätte ich mir zumindest das Gelatsche gespart“

22.Danke für die schöne Idee – Der Rätsel,die Stationen oder auch der Cache mögen noch so daneben gewesen sein,Hauptsache es wird etwas „nettes“ im Log geschrieben.Wer sagt denn,dass der Owner überhaupt eine eigene Idee hatte? Manche finden Ich-musste-zwar-3-Wochen-googeln-Mysterys eine schöne Idee,aber die allermeisten Cacher eben nicht……

23.Auf begleiteter Cachetour – Auf „begleiteter Cachetour“ ließ sich der Logschreiber einfach die Multi-und Mysteryfinals von einem Kollegen zeigen,der diese vorher schon irgendwann einmal besucht hat.

24.Smiley auf der Karte – Wenn man einen Cache online geloggt hat und ihn sich danach auf der Karte bei Groundsspeak ansieht,dann ist dort ein grinender Smiley abgebildet.So in etwa sah wahrscheinlich auch das Gesicht des Loggers nach dem erfolgreichen Found aus….

Hiermit möchte ich die (wie immer nicht nur ernst gemeinte) Begriffserklärung von einigen Geocacherfloskeln beenden.

Selbstverständlich ist dies ein unerschöpfliches Thema und natürlich wird der eine oder andere Begriff in dieser kurzen Aufzählung noch fehlen.

Aber wie immer bin ich sicher,dass ich von euch noch so einige Vorschläge bekommen werde.

Mal sehen,vielleicht gibt es ja noch irgendwann einmal einen zweiten Teil……

Weiterhin eine schöne Woche!

NACHTRAG: Wegen der scheinbaren Notwendigkeit habe ich nun den Hinweis auf Humor hinzugefügt.

Erstaunlich finde ich aber,wie viele Cacher entrüstet „aber bei mir ist das nicht so“ schreien,obwohl aus dem Bericht schon hervorgeht,dass es sich hier um eine humorvolle Betrachtung handelt und niemand speziell angesprochen oder erwähnt wurde…..

Was nicht bedeuten soll,das wir die beschriebenen Fälle nicht schon dutzendfach erlebt haben…..

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9 Antworten auf Cacherbegriffe und deren „wahre“ Bedeutung

  1. Jörg sagt:

    Da ist viel Wahres dran. Aber gleich bei Punkt 1 muss ich, was zumindest meine Person betrifft widersprechen: Ich habe auch schon seit längerem vier gelöste Mysteries „in der Schublade liegen“ und würde das auch so loggen. Und doch hab ich die Mysteries selbst gelöst.

    Liebe Grüße, Jörg

  2. Uli sagt:

    Ich muss da Jörg beipflichten, was Punkt 1 betrifft. An Regentagen, wo der gemeine Schönwetterchacher keinen Hund vor die Tür geschweige denn sich selbst zum Cachen schickt kann man ganz prima das eine oder andere Mystery lösen und es folgt dann der Feldbesuch oft erst Monate später – insofern möchte ich da einer generellen Verdächtigung des „Koordinatenbesorgens“ ganz heftig wiedersprechen.
    Lediglich echte Kampfcacher, denen Wirbelstürme, Orkane und die Sintflut nichts anhaben können, rasen sofort los, sobald ein Dutzend Mysteries in einer Region in einer 24-h-Marathon-Session gelöst wurden, um die Dosen dann auch postwendend einzusammeln.

    Eine nette Abkürzung (passend zum Hasengrill) möchte ich aber noch hinzufügen:

    UPS: „unnatural placed stones“ – der (Tarn)Steinhaufen auf der Dose der weder durch Bergstürze, Erdbeben noch Vulkanismus zu erklären ist und den Cacher mit geschultem Auge gelegentlich auch Caches finden lässt, die man gar nicht gesucht hatte.

    • derabrocker sagt:

      Selbstverständlich will ich nicht alle Cacher unter „Generalverdacht“ stellen,nur leider ist es häufig halt so.Wie sagt schon der Volksmund:Ausnahmen bestätigen die Regel.

  3. icke sagt:

    Einiges ist schon wahr, aber häufig wird hier einfach pauschal ein Satz negativ interpretiert. Trotzdem: Für jemand, der mit dem Cachen Erfahrung hat und weiß, wie es wirklich aussieht und mit Sarkasmus umgehen kann, ein sehr unterhaltsames und amüsantes Lese-Viertelstündchen.

    Man darf das nur nicht auf die Goldwaage legen.

    Darum sage ich DFDB (Danke für den Blogentry) und das in mir hervorgerufene Schmunzeln.

  4. Kocherreiter sagt:

    So ganz stimme ich deiner Auflistung nicht zu:

    Ich habe auch einige Mysteries gelöst die noch in GSAK schlummern. Wenn ich dann ein Jahr nach dem Lösen zum Final komme (mit viel Glück ist es noch da), kann ich zum Lösungsweg nichts mehr sagen und muss “Die Lösung hatte ich schon eine Weile in der Schublade liegen” schreiben.

    Klar sind „+1“ und „TFTC“ im Onlinelog das beschissendste Urteil das der Geocache bekommen kann…setzen…6….

    Beim Rest höre ich viel Sarkasmus heraus und einiges das ich – wie du es interpretierst – nicht nachvollziehen kann.

    Logge ich beim Rätsel „interessant“ habe ich es trotzdem selbst gelöst, aber ich finde das Rätsel einfach nur schlecht. Ist aber mein subjektives Empfinden und möchte dem Owner nicht zu nahe treten. Denn in manch‘ Bildergalerie habe ich ein „Werk“ als interessant betituliert weil ich nicht sagen wollte, dass ich mir mit dem Geschmiere nicht mal den Allerwertesten putzen würde :))

    Eine „Blaue Schleife“ vergebe ich lieber als einen Favoritenpunkt (ja ich kann das Wort schreiben und weiss auch um den Unterschied zwischen Standard und Standart), denn mir gefällt „Blaue Schleie“ einfach besser.

    Wie schliesse ich denn nun am besten ab…

    DFDB…ne…Danke für den netten Beitrag… neiiiiin….die interessante Geschichte…nö…

    Das passt und ist auch so gemeint wie geschrieben:

    Es hat Spass gemacht den Beitrag zu lesen. Belaste dich aber nicht mit Interpretationen von Logs, denn viele wissen nicht einmal was sie da schreiben sondern denken, „so wie der mit 10.000 Funden es vor mir geschrieben hat ist es richtig und ein TFTC reicht“.

    • derabrocker sagt:

      So ganz stimme ich Deinem Kommentar nicht zu 😉

      Selbstverständlich ist die Aufzählung in diesem Blog-Beitrag überzogen,trifft jedoch auf sehr viele Cacher zu,die wir seit unserer „Cachergeburt“ 2008 erleben durften.
      Das das Aufgezählte nicht auf jeden Einzelnen zu übertragen ist,sollte eigentlich selbstverständlich sein.
      Was die Interpretation von Logs betrifft,so sind die dargestellten Möglichkeiten meist nur Einzelfälle,wenn auch von Jahr zu Jahr zunehmend zutreffender.
      Selbstverständlich wissen viele Cacher gar nicht was sie da so in ihren Logs schreiben,der Rest aber schon…… 😉
      LG aus dem hohen Norden
      derabrocker

  5. Pingback: Cachepodcast #163 | Cachepodcast

  6. Ingmar Klaublinger sagt:

    Was ist daran so schwierig, zu den Finalkoords, die in die Schublade gelgt werden, auch einen Lösungsansatz oder Gedanken zum Ratsel zu schreiben?
    So hat man auch viel später beim eventuellen loggen die Möglichkeit, individuelle Logs zu schreiben.

    Ich habe selber so gegen 120 geloste Ratsel in meiner Datenbank
    und bei jedem steht etwas, das ich mir beim Lösen notiert habe.

    Jedes Log mit „schon lange gelöst ……..“ ist mehr als verdächtig
    da konnen die Verteidiger davon sagen, was sie wollen.

    Aber ich habe auch die „Eier“, im Log zuzugeben, wenn ich mit der Lösung nichts zu tun hatte, seis, weil meine Partnerin das Rätsel gelöst hatte (und ich sie nur mit dem Nachfüllen ihres Weinglases unterstützt hatte) oder weil ich mit Freunden mitgekatscht bin, die das Ratsel gelost hatten.
    So komme ich auch nicht in Verlegenheit als TJ misbraucht zu werden, weil jeder in meinem Log liest, dass ich den Cache nicht selbst gelöst habe.

  7. quaddels sagt:

    Netter Artikel, jeder zieht den Schuh an, der ihm passt. Es soll ja auch Cacher geben, die Finalkoords direkt von den Reviewern erhalten haben. Wie loggen die denn? Schnell gelöst, Dose lag auf dem Weg,…. usw.
    Ich zitiere jetzt gern einen Hamburger Cacher:
    „Jeder spielt das Spiel auf seine Weise.. !“

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