Aufreger der Woche: Koordinatenklau und das Fazit

In dieser Woche ging es richtig rund in der Geocachergemeinde.

Bei Facebook tauchten tausende Finalkoordinaten von Mysterys auf und die Community war entsetzt.

Mittlerweile wird von einem Hack (nicht das durch den Wolf gedrehte Fleisch) der Seite geocheck.org ausgegangen.

Selbstverständlich wurde schnell ein „schuldiger“ Account ausgemacht,wozu es aber außer Mutmaßungen und Gerüchten keine stichhaltigen Beweise gibt.

Die Schreie nach Polizei und Justiz werden überall lauter und jeder hat seinen Senf dazuzugeben.

Doch langsam erinnert der ganze Vorgang (vor allem die Beschuldigungen die geäußert werden) an eine mittelalterliche Hexenjagd.

Steht es uns denn zu, jemand (den weder ihr noch wir kennen) ohne Beweise zu verurteilen?

Wozu so etwas führen kann hat die Vergangenheit gezeigt……

Sicher ist der ganze Vorfall (milde formuliert) unschön,zeigt aber wieder einmal,dass Daten im Internet nicht sicher sind.

Auch verbesserte Sicherheitssysteme werden nur kurzfristigen Schutz bieten.

Wenn erst Gras über die Sache gewachsen ist,werden sich (fast) alle wieder genau so verhalten wie vor dem Vorfall.

Die Weitergabe von Koordinaten indes ist ja nun wirklich kein neues Phänomen.

Schon 2008 fragten wir den Owner eines Mystery nach einem Tip zu einem seiner Caches.

Dieser gab uns einen Hinweis zur Herangehensweise,sagte aber auch,dass ohnehin nur die ersten Logger das Rätsel lösen würden und danach die Koordinaten herumwandern.

Er hatte absolut Recht,wie die folgenden Jahre zeigten!

Das die Weitergabe von Koordinaten nun solche Ausmaße angenommen hat ist der technischen Entwicklung und der Vernetzung der Cacher durch soziale Medien geschuldet.

Aber ist Geocaching dadurch nun tot?

Nein,nur etwas anders vielleicht…….

Bis über diese Sache Gras gewachsen ist.

Ein schönes Wochenende!

P.S.:Für die Leute mit den „schlauen“ Kommentaren,auch die Lösung (zumindest einer) unserer Mystery(s) ist in der Datenbank enthalten.Da wir selber „betroffen“ sind,sind wir auch berechtigt unseren „Senf dazuzugeben“…..

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16 Antworten auf Aufreger der Woche: Koordinatenklau und das Fazit

  1. Thomas Eckert sagt:

    Ich finde die ganze Sache auch doof, bin allerdings noch nie mit „ergaunerten“ Koordinaten zu einem Cache gegangen und werde das auch weiterhin nicht tun.

  2. SigmaAlphaPi sagt:

    Ja, ohne Frage, es ist ärgerlich. Vor allem ärgerlich für die Owner, die viel Einsatz, Idee und Hirnschmalz in ihre Caches gesteckt haben. ABER … die Frage ist doch, MUSS man auf diese offengelegte DB zurückgreifen? Ich für meinen Teil freue mich über jeden Mystery, den ich, sei es alleine, sei es in Gesellschaft und/oder mit ein paar Stupsern des Owners, gelöst (und dann irgendwann, wenn ich mal in der Nähe war, geloggt) habe.
    Aber schon die elektronische Verfügbarkeit von Dekodierern sämtlicher Art, Online-Peilung (die ich auch ab und an nutze) usw. geht doch schon in die Richtung, dass die Idee des Owners, „was dafür tun zu müssen“, oft nur zwei/drei Klicks benötigt.
    Meine Meinung ist: Die echten Cacher werden widerstehen.

  3. argus1972 sagt:

    Dieser Koordinatenklau und die Datennutzung belegen in letzter Konsequenz lediglich, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Cacher 1. selbst die Rätsel löst und Interesse an Ratehaken hat – was bekennende Ratehakenfreunde und -owner gerne und oft verleugnen, weil sie sich das nicht vorstellen können.

    Wer einfach nur nach Feierabend mal einen Cache suchen möchte, die Gegend aber flächendeckend mit „?“ bedeckt findet, hat doch keine andere Wahl, als sich die Koordinaten extravagant zu beschaffen, wenn er weder Zeit noch Lust hat, sich ewig mit mehr oder weniger sinnfreien Hausaufgaben zu beschäftigen, bevor er einen Petling an uninteressanter Stelle einsammeln darf.
    Ich muss offen gestehen, ich verstehe die Nutzer der Liste in dem Zusammenhang gut, ohne die Hacker damit irgendwie in Schutz nehmen zu wollen!
    Das „Grundproblem“ der zu vielen Mysteries und deren (geringerer als oft angenommenen) Akzeptanz durch die Sucher zeigt die Aktion jedenfalls in schonungsloser Deutlichkeit.
    Sicherlich ging es um „Arbeitserleichterung“ und mehr Effizienz beim Punktesammeln, aber es zeigt eben auch, dass die Rätsel der „?“ scheinbar eher als Störung beim Geocaching empfunden werden und muss ich gestehen, dass ich das auch so sehe. Wenn ich rätseln will, kaufe ich ein Rätselheft und habe ohnehin genug geistige Herausforderung im Beruf, um mir das nicht auch noch in der Freizeit geben zu müssen, nur um als eigentlich angedachten Ausgleich zum Beruf raus zu kommen und Geocaches zu suchen.

    Immerhin heißt es GEOcaching und nicht RÄTSELcaching, aber das nur am Rande…

    Vielleicht führt diese Aktion ja sogar zu einem Umdenken bei notorischen Ratehakenlegern und der Erkenntnis, dass ein nichtssagender Cache als Cache nicht besser wird, wenn man ihn mit einem vorgeschalteten Rätsel krampfhaft zur vermeintlichen Überdose zu pimpen versucht.
    Ein frommer Wunsch, ich weiß, ich weiß …

    Mir ist´s im Grunde auch egal, ich bin mit dem Hobby wegen seiner inzwischen völlig abgedrehten Begleiterscheinungen der letzten Jahre eh so gut wie durch.

    Grüße von argus1972!

    • Eni Bas sagt:

      Warum besorgst du dir denn eigentlich auf „extravagante“ Weise die Koords von, wie du so schön schreibst, Petlingen an uninteressanten Stelle? Mys mir das verstehen?

  4. BikeDevil sagt:

    Die Sache wäre halb so wild, wenn man in der entsprechenden Gruppe nicht weiterhin die Datenbank fast schon aufdringlich zum Download anbieten würde. Die Admins haben keinerlei Unrechtsbewußtsein und bemühen sich nicht die Bohne um Schadensbegrenzung, schließlich gibt es nicht wenige Archivierungen wegen der Geschichte.

  5. Ingmar Klaublinger sagt:

    Na ja,
    ich könnte jetzt schreiben, dass sich dieNutzer dieser Datenbank nur selber betrügen – schöne Worte, aber nichts dahinter.

    Aus meiner Erfahrung her gesehen gibt es zwei grosse Arten von Mysterys:
    einmal die extrem schweren Rätsel (die man nur zuhause am Rechner lösen kann) mit einer Drecksdose als Final
    und andererseits die Rätsel, die von (verzwickter) Stage zu (liebevoll gebastelter) Stage Abenteuer, Wissen und Rätseln im Feld bedeuten, die dadurch auch „unterwegs“ jede Menge Spanung bieten.
    (Klar gibt es auch Mischungen zwischen den beiden Sorten, aber sehen wir uns malnur die Extreme hier an)

    Ich bin mir ganz sicher, dass von denen der zweiten Sorte nur sehr sehr Wenige mittels der Liste „gemacht“ werden, bieten sie doch am Lösungsweg selbst schon jede Menge Unterhaltung .
    Die Rätsel der ersten Sorte – was macht das schon aus, ob die mittels einer Liste „eingesammelt“ werden, oder duch Kordinaten, die man sich in einer Gruppe „erarbeitet“ (oder soll ich sagen „erlauscht“) hat, oder wo man im Logbuch steht, weil man einfach mal auf einer Runde mitgetrottet ist, wo es auf einmal hiess: „Da neben dir ist ne Dose, das ist ein Final, setz man deinen Sanktus rein“?

    Möglicherweise – oder soll ich sagen „hoffentlich“ startet diese „Liste“ jetzt einen Reinigungsprozess in der Szene und der eine oder andere Owner eines Rätselcaches der ersten Sorte überdenkt seine Arbeit und kreiert fortan Rätselcaches der zweiten Kategorie.
    Dann kämem wir dem so oft beschworenen Grundgedanken von GeoCaching
    „Raus in die Natur“ ein kleines Stück näher.

  6. Herbert Jahn sagt:

    Das stellt vor allem die hohen Fundzahlen von so manchem Geocacher in ein ganz anderes Licht. Jetzt rächt es sich, dass G$ das Spiel so derart auf die große Nummer unter dem Name ausgerichtet hat.
    Warum sollte ich mich noch messen, wenn es nur darauf ankommt, wer am besten vernetzt ist, wer am besten betrügt?

  7. Lumpi-LP sagt:

    Moin moin zusammen,
    erwarten die betroffenen Owner eigentlich jetzt ganze Busladungen von Cachern?
    Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen… Und die Archivierungswut, die jetzt
    eingesetzt hat, schadet der Sache mehr als wenn einige Vollpfosten die ? als Tradis
    ablaufen (wenn sie sich überhaupt soweit vom Sofa wegtrauen)…
    aber das ist nur meine Meinung dazu!
    – Lumpi-LP –

  8. MZCacheHunter sagt:

    Moin,

    was „argus1972“ oben schreibt, macht mich fassungslos …

    „…die Gegend aber flächendeckend mit “?” bedeckt findet, hat doch keine andere Wahl, als sich die Koordinaten extravagant zu beschaffen, wenn er weder Zeit noch Lust hat, sich ewig mit mehr oder weniger sinnfreien Hausaufgaben zu beschäftigen, bevor er einen Petling an uninteressanter Stelle einsammeln darf.“

    Hier wird nur aus der Existenz von Mystery-Caches und aufgrund der eigenen Unfähigkeit oder einfach des Unwillen, das Recht oder die Legitimation abgeleitet diese auch so finden und loggen zu dürfen.

    Damit es deutlich wird, übertragen wir das mal auf T5-Caches: „Wenn in meiner ausgewählten Gegend solche Petlinge im Baum hängen, ich mich aber nicht mit dem sinnfreien Klettern beschäftigen möchte, habe ich ja gar keine andere Wahl, als den Baum zu fällen und so endlich den Log machen kann.“

    Geht’s noch?

    Wenn ich einen Mystery nicht lösen kann, kann ich halt nicht loggen – wenn ich nicht klettern kann, kann ich eben keine T5 Caches loggen.

  9. Yoda911 sagt:

    Vorab: ich gehe nur zu Rätsel-Dosen, bei denen ich den Lösungsweg selbst gefunden und / oder komplett verstanden habe. Manchmal brauche ich nur einen kleinen Schubs, manchmal löse ich mit anderen gemeinsam, manchmal lasse ich mir den Lösungsweg erklären.
    Ich wundere mich aber über die Empörung bzw. Reaktion mit Archivieren durch einige betroffener Owner. Sind denn tatsächlich jetzt irgendwo Hunderte von unberechtigten (weil nicht selbst errätselten) Abstauber-Cacher vor Ort an Euren Mysteries aufgetaucht? Oder werden jetzt die Mysteries mit unberechtigten Onlinelogs zugeschüttet von Couch-Cachern, die nicht vor Ort waren? Das können die doch auch machen, ohne sich die Finalkoords aus einer Datenbank zu holen.
    Bei einigen Rätseln habe ich den Eindruck, die sind extra so schwierig gemacht, dass nur ein ganz kleiner Kreis immer gleichen lokalen Mstery-Spezialisten dahinterkommt und das es genau darauf angelegt ist. so nach dem Motto „wir sind die Rätsel-Elite und das blöde Geocacherfussvolk soll bloß von unseren tollen Dosen fernbleiben.“ Sooo toll sind die Dosen dann allerdings oft gar nicht. also bleibt dann nur noch der ‚Stolz‘, sich Rätsel ausdenken zu können, die kaum jemand lösen kann. Und den Stolz kann man nur Ausleben, wenn man allen das Rätsel vor die Nase hält (also bei Groundspeak auf die Karte platziert) und sich dann daran freut, wie wenig er gefunden wird. Konsequent wäre, dann einfach das Rätsel seinen Mystery-Elite-Kumpels per Mail mitzuteilen und Groundspeak außen vor zu halten. DANN würde die breite Cacheröffentlickeit aber nichts mehr davon mitkriegen.

  10. Reiner sagt:

    Hack? Kaum. Bei mir ist der Bonus einer Tradi Runde dabei. Natürlich hat der keinen Checker. Dazu auch noch mit Fehler 🙂 Zum Finden reichts aber. Was solls. 2 Mysterys mit Checker sind aber nicht dabei. Auch ein paar andere Mysterys mit Checker, an denen ich dran war sind welche dabei, andere nicht. Bei einem Hack doch seltsam, die liegen alle nicht weit auseinander.
    Und wozu sind Challenge Caches mit dabei? Da sind doch die Koords sowieso bekannt???
    Mich wunderts eher, das es so lange gedauert hat, bis solche Listen im Umlauf sind und mehr oder weniger öffentlich wurden.

  11. Yoda911 sagt:

    Gehackt sind – wenn überhaupt – nur die Dosen mit dem Checker von geocheck.org, NICHT die von anderen Geocheckern
    Und in der Liste sind jede Menge gelöste Mysteries, die da schon vor der massenhaften Aufstockung durch die geocheck.org-Dosen drin waren und NICHT aus dem Hack stammen, sondern von diversen Zulieferern zu der Liste, darunter anscheinend auch ein Challenge-Fan und ein Earth-Cache-Fan.

  12. badnerland sagt:

    Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, wundert mich ein wenig, daß überhaupt kein Mitdiskutant in Blogs, Foren und FB-Gruppen, wo ich mitgelesen habe, die Frage nach der Motivation für einen solchen Hack gestellt hat.

    Offensichtlich steckt Frust dahinter. Frust auf jeden Fall über die vielen Fragezeichen auf der Karte. Vermutlich Frust über Rätsel, die sich gar nicht ohne Hilfe lösen lassen. Über die Praxis der Koordinatenweitergabe. Über das häufige Mißverhältnis aus Rätselaufwand und Qualität des Vorortteils. Über die ausgrenzende Wirkung, die Rätsel auf Ortsfremde haben, aufgrund des 3km-Risikos.

    Ich sag mal provokant: Die Mystery-Owner ernten, was sie gesät haben mit den Ratespielchen-Auswüchsen in vielen Gegenden. Ein reinigendes Gewitter ist da gar nicht so verkehrt.

    • argus1972 sagt:

      Absolut richtig!
      Es kann wirklich nicht der richtige Geist sein, vermehrt jeglichen Eigentlich-Tradi zwanghaft mit einem Rätsel aufzuhübschen und selbst so weit zu gehen, ganzen „Tradirunden“, die man noch vor wenigen Jahren als Multi gelegt hätte, mit vorgeschalteten Rätseln eine vermeintliche Attraktivitätssteigerung zu verpassen, die ohnehin nur eine Illusion des jeweiligen Owners ist.
      Aber mit diesem Prinzip lassen sich eben so schöne Bildchen auf die Cachekarte malen …

  13. austriaka sagt:

    Macht ihr euch bei allen anderen Spielen auch die Regeln selber?
    Da ist ein Tennisspiel, und weil du von der Tribüne aus nichts sehen kannst, stellst du dich mal eben ans Netz.
    Oder du spielst Fußball, und weil dein Fuß nicht so gut ist, spielt du eben mit der Hand?
    Mysterys gehören genauso zum Spiel, und nur weil sie euch nicht gefallen gibt euch das nicht das Recht, zu betrügen und Daten zu verbreiten, die nicht euch gehören und deren Urheber das auch nicht möchte!
    Wenn ihr einen Mystery nicht lösen wollt oder könnte, dann lasst ihn doch einfach links liegen. Oder sucht euch jemanden, der das kann und lauft mit dem zusammen hin, das macht mit Sicherheit mehr Spaß als so eine Unfairness gegen die Hobbykollegen!

  14. Gonso5 sagt:

    Ich weiß gar nicht was Ihr alle habt?

    Ist doch mir egal woher die Final Koordinaten kommen. Hauptsache ich stehe im Logbuch und logge den Cache Online!

    Die Liste habe ich und benutze sie auch.

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