Geocaching und Presse – Muss das sein?

Die Zeiten als Geocaching noch im Verborgenen gepielt werden konnte und nur ein paar Eingeweihte Bescheid wussten ist lange vorbei.

Geocaching ist heutzutage Thema von diversen Büchern, aber auch bei Sendungen im TV wird schon mal auf „Schnitzeljagd“ gegangen.

Alles eine Entwicklung der Zeit und nachvollziehbar.

Gestern erreichte mich nun ein Annoncement, in dem fast prahlerisch die Anwesenheit von reichlich Presse auf einem Event angekündigt wird.

„Zusätzlich sind wir überwältigt vom Medieninteresse, verschiedene Zeitungen, Radiostationen und sogar Fernsehsender werden sowohl vorher, als auch direkt vom Event, berichten.“

Dabei frage ich mich allerdings wirklich, ob das Anlocken dieser Medienvertreter nicht eher der Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls dient.

Davon mal abgesehen,was eine Radiosendung spannendes über ein Event berichten will, ohne bewegte Bilder oder zumindest Fotos zeigen zu können.

Interviews?

Okay, es soll ja auch Cacher geben, die von sich eigene Autogrammkarten produzieren lassen…..

Ich war auf unseren Events immer gegen Presse und habe auch schon einmal eine Reporterin des örtlichen „Käseblattes“ des Lokals verwiesen.

Denn eigentlich geht es bei einem Event um die Zusammenkunft von Cachern!

Nicht mehr, aber auch nicht weniger…..

Davon einmal abgesehen, dass es auch etlichen Cachern gar nicht recht sein dürfte ungefragt in die Öffentlichkeit gezogen zu werden.

Zumindest kenne ich viele Geocacher die so denken……

 

 

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7 Antworten auf Geocaching und Presse – Muss das sein?

  1. Jörg sagt:

    Hallo derabrocker…

    das ist wohl der allgemeine Trend dem man wohl kaum entgegenwirken kann. Wenn man nicht will, dass Geocaching in die Öffentlichkeit getragen wird, dann dürften wir zum Beispiel strenggenommen auch nicht darüber bloggen. Denn die Blogs sind ja auch öffentlich. Du hast ja selbst eine Serie mit „Eindrücken von Events“, da sind ja auch Geocacher drauf.

    Klar, die Frage ist: muss man mit einem Event aktiv auf die Presse zugehen? Muss man nicht unbedingt, aber ein Mega oder Giga kann man nur bedingt geheim halten.

    Liebe Grüße aus Limburg vom Bloggerkollegen Jörg

    • derabrocker sagt:

      Sicherlich sind auch unsere Geocaching-Blogs öffentlich, allerdings erreicht man damit doch noch eine völlig andere Zielgruppe als mit öffentlichen Radio-oder Fernsehstationen.
      Gelesen wird dort fast ausschließlich von Geocachern und auch Geocaching-Podcasts dürften Aussenstehende eher wenig interessieren.

      • Stefan sagt:

        Die Frage ob Presse oder nicht nach der angesprochenen Zielgruppe zu sortieren, ist etwas eigenwillig: Was ist mit den Angler-, Radfahrer-, Wanderer-, Kochzeitschriften und so weiter?

        Ich vertrete (nicht nur weil ich selbst als Fotograf im DJV) ebenfalls die Meinung, dass auch Blogs unter den Begriff der Presse fallen – und ja, auch Deiner. Eben weil Du Berichterstattung betreibst. Die Frage wie viele oder wen das interessiert ist nicht wichtig.

        Insofern finde ich es auch bedenklich, wenn Du Vertreter der Presse des Raumes verweist. Wäre ich dann bei Dir auch nicht gern gesehen, weil ich zwar beim Geocachen eigentlich „nur“ blogge, aber eben auch einen Presseausweis mein Eigen nenne?

        Und ich finde Du vernachlässigst noch einen anderen Punkt: Geocacher stehen wie Mountainbiker oft unter dem Vorbehalt, wie Wüstlinge durch Wald und Flur zu ziehen und alles kaputt zu trampeln und umzugraben. Außerdem sorgen Caches immer wieder auch für Polizei-Einsätze, wenn den Beteiligten nicht klar ist, was sie da finden.

        Ist da Öffentlichkeitsarbeit nicht wichtig?

        Und wenn Du Nein sagst, was ist denn dann mit der Präsenz von Geocachern z. B. auf der Jagd-Messe (http://www.gcrheinmain.de/2016/03/nachbericht-zur-jagd-hund/) oder politische Initiativen (http://seventy6.agll.de/geocaching/entwurf-landesnaturschutzgesetz-nrw/)

        Wir müssen einfach akzeptieren: 2006 oder so waren wir noch größtenteils alleine unterwegs. Heute gibt es Mega-Events, Bücher, Filme und mehr. Das bedeutet öffentliches Interesse und das wiederum ruft die Presse auf den Plan.

        Dabei ist völlig unstrittig, dass es solche und solche Presse gibt. Aber das ist immer so.

        Statt also alles zu verdammen sollte man vielleicht überlegen, wie man die Presse für sich gewinnen und nutzen kann. Und Du magst vielleicht überlegen, ob Dein Standpunkt nicht ein wenig undifferenziert ist. Wobei es natürlich unbenommen sein soll, jede Form von Presse einfach doof zu finden. Das fänd ich dann aber doof 😉

        Herzliche Grüße

  2. Ingmar Klaublinger sagt:

    In welcher Welt lebst du?

    Ja, das ist jetzt sehr provokant, aber ein Event ab einer gewissen Grösse ist auch eine ordentliche finanzielle Belastung.
    So etwas stemmt man nicht ohne Sponsoren – und gute Firmen sind nicht nur daran interessiert, ein Plakat aufzuhängen, das von – sagen wir mal – 1000 Personen gesehen,aber nur von 200-300 beachtet wird.
    Diese Sponsoren erwarten sich auch Wiederhall in den Medien.
    Der Sponsorenbetreuer des Events hat daher darauf zu achten, dass diese Sponsoren auch ganz zufällig in den Berichten präsent sind.

    Wenn du mal bei einer Handvoll Megas im Orgaream gewesen bist, kennst du die Notwendigkeit der Medienpräsenz – auch weit vorv dem Event selbst, während und nachher.

  3. TomBombadil sagt:

    Das ist doch ein überall auftretendes Problem: Wer selbst nichts ist oder nichts kann will dafür unbedingt ins Fernsehen. Oder woher sonst kommen die niveaulosen Sendungen mit den noch niveauloseren Protagonisten für die noch niveauloseren Zuschauer wie Supermodel, Superstar, Superschwiegertochter, Supperdeppen,…?
    Und das gleiche Verhalten hat sich doch schon längst in unser schönes Hobby geschlichen: Profilierungsgeilheit nach allen Seiten.Das ging mal los mit dem oft zitierten „Schwanzvergleich“ via Statistik, das ging weiter über Interviews von gaaaanz wichtigen „Geocacher-Superstars“ in Zeitungen, Zeitschriften, TV und hört jetzt bei Megas und Gigas mit Pressebegleitung noch lange nicht auf.
    Arme Würstchen die sich eben mit aller Gewalt darstellen müssen.

  4. Kocherreiter sagt:

    Bei uns gab vor einiger Zeit ein Geocacher seiner örtlichen Tageszeitung ein katastrophales Interview. Ich habe mich mit ihm danach unterhalten und er war sehr enttäuscht, was die „Reporterin“ aus seinem Interview machte: einen schlechten Verschnitt um eine Lücke zu füllen! Daher gilt bei mir „Keine Presse!“ – Ausser ich bekomme eine Doppelseite die ich ohne Einschränkungen selbst füllen kann 😉

    Was unsere Blogs betrifft: Klar sind die öffentlich, aber für jeden der nicht so tief in der Materie steckt sowas von nichtssagend, dass wir in den Augen der Muggel wohl alle Nerds sind :))

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