Geocaching auf dem absteigenden Ast?

Nicht mehr lange und wir sitzen wieder alle unter dem heimischen Weihnachtsbaum.

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen, da wird es Zeit das Cacherjahr Revue passieren zu lassen.

Beim Blick auf das (bald) zurückliegende Jahr stellt sich mir vor allem eine Frage:

Befindet sich Geocaching auf dem absteigenden Ast?

Schauen wir uns doch einmal an was 2016 passierte.

in diesem Jahr erblickte PokemonGo das Licht der Welt, was viele Geocacher über Nacht zu Pokemon-Trainern machte.

Viele mir bekannte Cacherkollegen streiften mit dem Smartphone in der Hand durch Stadt und Land auf der Suche nach Pikachu & Co.

Ja, auch wir blieben davon nicht verschont und wir spielen PokemonGo nach wie vor gerne.

Wie viele andere Geocacher!

Hat der Hype um dieses Spiel unser Cacheverhalten geändert?

Sicherlich ein wenig, wobei verschiedene Faktoren eine Rolle spielen das wir weniger auf Dosenjagd gehen.

Wenn man die Zahl der veröffentlichten Caches in einem Radius von 30 Kilometer um unser zuhause anschaut, so fällt doch sehr deutlich auf, dass die Zahl der neuen Caches stark zurückgegangen ist.

Klar, irgendwann sind alle guten Plätze mit Dosen belegt.

Aber auch die Qualität der neuen Caches hat deutlich nachgelassen.

Wobei hierbei natürlich nicht alle Neuveröffentlichungen über einen Kamm geschert werden dürfen.

Perlen gibt es selbstverständlich immer, man muss sie nur finden.

Hilfreich bei der Suche sind dabei vor allem Favoritenpunkte, aber auch Mund-zu-Mund-Propaganda und (vor allem im Hamburger Bereich) der Wettbewerb „Hamburger Cache des Jahres“, bei dem die Teilnehmer (fast ausschließlich) echte Highlights sind.

Da wir mittlerweile wenig Lust auf Petlinge im Knick oder auch durch einen Mystery vermeintlich „aufgewertete“ Drecksdosen haben, sind wir langsam aber sicher zu „Genuss-Cachern“ geworden.

Klasse statt Masse — DAS hätten wir noch vor ein paar Jahren nicht gemacht….

Heutzutage suchen wir uns tatsächlich die Caches meist im Vorfeld aus und besuchen lieber ein Highlight als zehn 08/15 Dosen.

Und was soll ich sagen, es macht deutlich mehr Spaß!

Zurück zur anfänglich geäußerten These und damit den Veränderungen der letzten Monate und Jahre.

So stark wie die Anzahl der neu gepublishten Caches abgenommen hat, so stark stieg die Menge der neu veröffentlichten Events.

Da wir uns neue Events in einem Radius von 50 Kilometern schicken lassen, fällt die gesteigerte Anzahl von „Winke Winke Events“ und von Kurz-Events stark auf.

In letzter Zeit scheint so ziemlich jeder Geocacher, der von Hamburg aus auf „große“Kreuzfahrt geht, vorher noch ein „Kennenlern-Event“ am Anleger machen zu müssen……

Welche fremden Menschen lernt man in 30 Minuten wirklich kennen…….???

Egal!

Auch 30-Minuten-Mittagspausen-Events sind stark im Kommen.

Warum?…… Solche Events machen halt keine Arbeit.

Es muss im Vorfeld so gut wie nichts geplant oder abgesprochen werden und trotzdem ist der kostbare Eventpunkt sicher.

Geocacher die zu jeder noch so bescheuerten Veranstaltung gehen finden sich immer!

Wer Spaß daran hat soll es tun…..

Wir besuchen schon seit geraumer Zeit deutlich weniger Events.

Nicht weil uns Events keinen Spaß mehr bringen würden, aber wir eiern garantiert nicht einmal komplett durch Hamburg, um auf einem zugigen Schiffsanleger für ein paar Minuten herumzustehen, oder eine Currywurst in der City zu verdrücken.

Ohnehin trifft man auf Events in der Homezone immer die selben Kollegen.

Das ist sicherlich nicht schlecht, zeigt aber auch wie wenig neue Geocacher durch solche Veranstaltungen angelockt werden.

Insgesamt scheinen weniger Cacher auf „normale“ Events zu gehen.

Vergleicht man zB die Besucherzahlen von Events in Hamburg mit den Zahlen von vor 2 oder 3 Jahren, so sind diese bei den meisten Events deutlich niedriger.

Davon ausgenommen sind nur Events mit außergewöhnlichen Themen (LP,Bunker,usw), bzw Events die durch Blogs oder Podcasts gepusht werden.

Auch Events bei denen es etwas umsonst gibt sind meist relativ gut besucht, zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem die Geschenke verteilt sind.

Danach sind die meisten Besucher ganz schnell wieder weg…….

Die oben genannten Beobachtungen sind natürlich nur persönliche Eindrücke, die aber in Gesprächen mit anderen Geocachern häufig auch so oder ähnlich geäußert werden.

Ich bin gespannt wohin sich dieses Hobby in Zukunft entwickelt……

Wir bleiben auf jeden Fall dabei, wenn auch nicht so intensiv wie früher einmal!

 

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4 Antworten auf Geocaching auf dem absteigenden Ast?

  1. Horrorheinz sagt:

    Müsste das nicht eigentlich heißen: „Geocaching auf dem aufsteigenden Ast?“ ?
    Mehr Qualitätscaches, weniger Petlinge, weniger 0815-Events, mehr vorherige Gedanken. Für mich eine positive Entwicklung, die hoffentlich bald auf die Masse umschlägt. Wobei Klasse statt Masse durchaus auch bei der Anzahl an Cachern wünschenswert wäre.

  2. Lumpi-LP sagt:

    Moin moin,
    ich jage keine Pokémon, sondern bin den ‚Dosen‘ treu geblieben. Allerdings habe ich mit der FTF Jagd fast ganz aufgehört, weil zuviele ‚Neue‘ meinen, sie müssten alles bedosen. Da wartet man lieber erst die ersten drei DNF und Koordinatenänderungen ab, bevor man losgeht… Auf Events sieht man solche Owner so gut wie nie, weil sie erstens besser wissen, wie das Spiel geht, und/oder zweitens an der Gemeinschaft gar nicht interessiert sind… Ich persönlich hoffe sogar, das Geocaching wieder ruhiger wird, weil dann wieder ohne ‚Hilfe‘ von Nachbarn, Bauern oder Kindern eine Dose gesucht(!) werden kann. Ist sicher nicht überall und immer so, aber im Stadtumfeld nicht selten…
    – Lumpi-LP –

  3. Tobias sagt:

    Es werden leider immer weniger neue Caches veröffentlicht. Und wenn es mal einen neuen gibt, ist es ein D=5-Ratehaken (oft mit zu niedrig angegebenen D-Wert), eine T=5-Dose oder eine Muggeldose.

    Seit man nicht mehr jeden Stein an EarthCache listen kann, sind Events die neuen Virtuals.

  4. Pelzmärtl sagt:

    Als einer , der schon weit über zehn Jahre dabei ist, kann ich euch sagen: Es war früher nicht alles besser. Im Gegenteil, in der Anfangszeit gab es vorwiegend einfache Dosen, die auch noch in zerrissenen Tüten verpackt waren. Man musste schon für einen Cache etliche Kilometer fahren, und war dann froh, überhaupt was zu finden. Glücklicherweise sind wir heute verwöhnt und können auswählen. Viele Menschen denken, dass früher alles besser war, meist stimmt das aber nicht. Seid froh, dass das Hobby sich weiterentwickelt, euer Frust kann auch damit zusammenhängen, dass man viele Versteckarten halt schon oft gesehen hat. Ich finde es gut, dass es immer wieder neue Cacher gibt, denn es hören leider auch sehr viele auf, und so gibt es auch immer wieder neue Ideen. Wenn ich offen und neugierig zu events gehe, bin ich noch nie enttäuscht worden.

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